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Von den großen Leitwährungen dieser Welt kann heute, Anfang des Jahres 1971, keine noch mehr als ein Drittel ihrer Kaufkraft vor dem Zweiten Weltkrieg aufweisen. Der Sterling, eine der wichtigsten Währungen des Welthandels, hat kaum noch 20 Prozent seiner Kaufkraft vom Jahre 1939. Alles, was in Frankreich übrigblieb, ist eine Kaufkraft von etwa 1 bis 2 Prozent des Vorkriegsfranc. Der Schweizer Franken, dessen Stabilität als klassisch anzusehen war, hat in den letzten zwei Jahrzenten von 1950 bis 1970, schon nach dem Index der Lebenshaltungskosten, 38 Prozent seines Wertes verloren. Im Vergleich zum Vorkriegsjahr 1939 sind auch bei dieser Musterwährung im Jahre 1970 nur noch knappe 30 Prozent ihrer ehemaligen Kaufkraft übrig geblieben. Fast in exakt gleicher Richtung wie der Schweizer Franken hat auch der US-Dollar, die Leitwährung der westlichen Weltwirtschaft, seine Kaufkraft von 1939 bis 1970 reduziert, nämlich auf 31 Cent... Die Falllinie der Deutschen Mark, die im Jahre 1970 eine Inflationsrate von fast 8 Prozent erreicht hat, gemessen am Bruttosozialprodukt, ist nicht weniger steil nach unten gerichtet, nachdem sie im Jahr 1970 ohnehin nur noch knapp die Hälfte ihrer Kaufkraft von 1950 besaß.“

Walter Slotosch, Volkswirt, Ressortchef für Wirtschaft in der Süddeutschen Zeitung, in "Das Geld, mit dem wir leben müssen. Panorama der Weltinflation" (1971)

 

Menschen, die eine richtige glückliche Kindheit genossen hatten, würden später ohnehin widerhaarige Untertanen werden... Massen denken, einheitlich abgestempeltes approbiertes Denken tragen die Lehrer in den Schulen, tragen die Dozenten in den Universitäten vor, zu solchem Massendenken erziehen sie. Und dadurch, schwerste Folge, senkt sich das Niveau des Denkens... Die Schablonisierung der Untertanen um den Beherrschern derselben ihre Herrschaft zu sichern.“

Walther Borgius, in "Die Schule - Ein Frevel an der Jugend" (1930)

 

Das erstrebenswerte Ziel der menschlichen Kulturentwicklung wäre, dass die Arbeit eines jeden Menschen ganz beschränkt bleibt auf die aus eigenem inneren Bedürfnis entspringende schöpferische Werktätigkeit, während seine wirtschaftliche Existenz - sei es auch auf nur bescheidener Stufe - ihm unabhängig von seiner Arbeit gesichert ist ... Ob dieses Ziel einmal erreicht werden kann, setzt eine außerordentliche Verringerung der an den Rohstoffen der Erde zehrenden Menschenmassen voraus.“

Walther Borgius, in "Die Schule - Ein Frevel an der Jugend" (1930)

 

Die Zeit naht eilend heran, in der die natürlichen Stoffe nicht mehr wie heute willige Marktprodukte, sondern heiß umstrittene Vorzugsgüter bedeuten; Erzlager werden eines Tages mehr gelten als Panzerkreuzer, die aus ihren Gängen geschmiedet werden.“

Walther Rathenau (*1867, †1922), dt. Unternehmer und Politiker, in "Deutsche Gefahren und neue Ziele" (1913)

 

Finanzderivate sind finanzielle Massenvernichtungswaffen!“

Warren E. Buffett (*1930), US-amerikan. Investor und Multimilliardär

 

Es ist wenig bekannt, daß bereits im Mittelalter Frauen durchaus „Karriere“ machen konnten. Ganz selbstverständlich bewegten sie sich in der Welt des Handels und des Handwerks und verstanden es, sich bei ihren männlichen Konkurrenten Respekt zu verschaffen. Erst als sich die allgemeine wirtschaftliche Lage verschlechterte, änderte sich die Situation.“

WDR Geschichtssendung 11.04.1983

 

Durchschnittlich trägt in Westdeutschland jeder industrielle Arbeitsplatz eine Schuldenlast von 70-80 Tausend DM. Das heißt, 23% der mittleren Arbeitskosten sind allein für Zinsen aufzubringen.“

Weltwirtschaftswoche, Nr. 4/1984

 

Als der Teufel das Geld erfunden hatte, konnte er sich getrost zur Ruhe setzen.“

Werner Mitsch (*1936), dt. Aphoristiker, www.zeitenwende.ch

 

Ein in die Natur integriertes Geld kann wegen des „Rostens“ nicht mehr ohne Nachteil für den Inhaber aus dem Wirtschaftskreislauf zurückgezogen werden, sondern es muss sich den Märkten als Tauschmittel zur Verfügung stellen, auch wenn es nicht mehr wie bisher mit Zins und Zinseszins „angemessen bedient“ wird. Das Geld wird also verteilungsneutral.“

Werner Onken (*1953), dt. Ökonom und Redakteur der Zeitschrift für Sozialökonomie (ZfSÖ), in "Gerechtes Geld - Gerechte Welt" (1991)

 

Aller Bodenbesitz stammt aus einer früheren Landnahme, für die nichts bezahlt wurde. Die bestehende Bodenverteilung beruht also auf Eroberung und Besetzung, dann auf Vererbung und Grundstückshandel. Abgrenzung, Eingrenzung und Ausgrenzung sind deshalb die Grundlagen der heutigen Bodenordnung.“

Werner Rosenberger (*1924), Lehrer i.R., langjähriges Vorstandsmitglied der INWO Schweiz (ehem. "Liberalsozialistische Partei" der Schweiz)

 

Kaufen Sie Luft. Denn je mehr sich die Menschen auf der Erde vermehren, desto mehr Luft wird gebraucht. Luft wird zur idealen Kapitalanlage. Wer viel davon hat, kann den Preis bestimmen. Und je mehr Luft gehortet wird, desto rascher steigt der Luftpreis. Wer nicht über das nötige Kapital verfügt, soll sich nicht ängstigen, dass er bald ersticken muss. Luft wird natürlich auch vermietet, zum Beispiel in Monatspackungen. Die monatliche Luftmiete kann zusammen mit der Wohnungsmiete entrichtet werden.“

Werner Rosenberger (*1924), Lehrer i.R., langjähriges Vorstandsmitglied der INWO Schweiz (ehem. "Liberalsozialistische Partei" der Schweiz)

 

Mir scheint, der Schwachpunkt von Attac besteht in dem Umstand, dass die Globalisierungskritiker genau denselben blinden Fleck haben wie neunundneunzig Prozent der übrigen Bevölkerung. Dieser blinde Fleck betrifft den Wachstumszwang. Auch die Mehrzahl der Attac-Mitglieder hat die Mechanismen, die die Expansion der Geldvermögen weltweit antreiben, nicht durchdacht und nicht erfasst... Wer als Attac-Mitglied noch glaubt, Geld sei nichts weiter als ein Tauschmittel und brauche daher nicht näher betrachtet zu werden, sollte sich endlich besser informieren.“

Wilfried Deiß (*1961), dt. Autor und Internist, Mitglied bei Attac und bei den "Internationalen Ärzten für die Verhütung des Atomkrieges" (IPPNW)

 

Die Doppelrolle des Geldes als Tauschmittel für den Güterkauf und alternativ dazu als Wertaufbewahrungsmittel für die Vermögensbildung ist in jeder Marktwirtschaft für Überraschungen gut. Geld ist also kein produktions- und beschäftigungsneutraler „Schleier“, sondern die ständig tickende „Zeitbombe“, die den marktwirtschaftlichen Zusammenhang zwischen gesamtwirtschaftlichem Angebot und gesamtwirtschaftlicher Nachfrage auseinanderreißen kann.“

Wilhelm Hankel, Wirtschaftswissenschaftler

 

Immer dann, wenn es in der ökonomischen Realität anders zugeht, als es die Modelle der Wirtschaftslehrbücher vorschreiben, sollten die Ökonomen, statt in der Rumpelkammer überholter Theorien herumzustöbern, nach den monetären Ursachen der Krise fahnden.“

Wilhelm Hankel, Wirtschaftswissenschaftler, in "John Maynard Keynes" (1988)

 

Bis die Geldschöpfung wieder der Regierung obliegt und als ihre deutlichste und heiligste Verantwortung anerkannt wird, ist alles Gerde über Souveränität des Parlaments und Demokratie leer und aussichtslos...Sobald eine Nation diesen Einfluß abtritt, ist es gleich wer ihre Gesetze schreibt...Zinswucher, sobald wirksam, zerstört jede Nation.“

William Lyon Mackenzie King (*1874, †1950), Kanadischer Jurist, Ökonom, Journalist und 10. kanad. Premierminister von 1921-1930 und 1935-1948, Film "Money as Debt" (Paul Grignon)

 

Gold? kostbar, flimmernd, rotes Gold?

soviel hievon macht schwarz weiß, häßlich schön;

Schlecht gut, alt jung, feig tapfer, niedrig edel.... Ihr Götter! warum dies? warum dies, Götter;

Ha! dies lockt Euch den Priester vom Altar

... verdammt Metall,gemeine Hure du der Menschen.“

William Shakespeare (*1564, †1616), engl. Dramatiker, Timon of Athens [Timon von Athen], übers. von Schlegel/Tieck (1608)

 

In Ganz Europa ist der Anteil der Löhne am Nationaleinkommen beträchtlich gesunken, sogar unter das Niveau der 60er Jahre.“

Wirtschaftswoche 05.09.1996

 

Der Klassenkampf treibt mitunter wilde Blüten, wie ein Experiment unter Harvard-Studenten zeigte: Sie wurden nach ihren Gehaltswünschen befragt. Dabei hatten sie die Wahl zwischen: (a) einem Jahreseinkommen von 50000 Dollar, während alle anderen die Hälfte davon verdienen würden oder (b) einem Jahreseinkommen von 100000 Dollar, während alle anderen das Doppelte verdienen. Die überwiegende Mehrheit entschied sich für Alternative (a).“

Wirtschaftswoche 16.12.2003

 

Einige der größten Männer in den USA im Bereich Handel und Herstellung haben Angst vor etwas. Sie wissen, dass es eine Macht gibt, so organisiert, subtil, aufmerksam, verzweigt und allumfassend, dass sie besser nur flüsterten, wenn sie ihre Stimme gegen sie richteten.“

Woodrow Wilson (*1856, †1924), 28. Präsident der USA 1913-1921 (Demokrat), Film "Money as Debt" (Paul Grignon)

 

Ich habe noch nie jemanden gesehen, der durch Logik und Verstand begründen konnte, weshalb die Regierung ihr eigenes Geld leihen sollte... Ich glaube die Zeit wird kommen, in der die Leute fordern werden, dass dies geändert wird. Ich glaube in diesem Land wird die Zeit kommen, in der sogar Sie, mich und alle anderen mit dem Kongress verbundenen Leute beschuldigen werden, die nichts getan und zugesehen haben, während dieses idiotische System weiterlief.“

Wright Patman (*1893, †1976), US Kongress-Abgeordneter 1928-1976 (Demokrat), Vorsitzender des Kommittees für Bankwesen und Währung 1963-1975, Film "Money as Debt" (Paul Grignon)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Gelesen 10002 mal Letzte Änderung am Montag, 22 August 2011 12:56
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