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In der präislamischen Gesellschaft herrschte eine große Kluft zwischen Arm und Reich. Die besitzende Klasse hatte viel Geld zu Verfügung, das sie armen Bauern auslieh, und wofür sie Zins verlangten. Die Besitzlosen waren oft bis auf das letzte Hemd verschuldet und mußten unter schlechten Lebensbedingungen leben. Der Islam verbot das Zinsnehmen für den Ausgleich zwischen Arm und Reich.“

Shaker Assem, in "Der Islam und die Herausforderung der Zukunft"

 

Die Globalisierung, die immer wieder als Argument herhalten muss, gibt es auch schon lange. Vor 1914 war die Welt durch die koloniale Gestaltung geprägt. Damals wurden die Kolonien ausgebeutet, aber es war im Kern auch eine Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen.“

Siegfried Broß (*1946), dt. Jurist, Richter am Bundesverfassungsgericht und Honorarprofessor an der Universität Freiburg

 

Regionale Verrechnungssysteme stellen aufgrund der [...] mehrdimensionalen Wirkungsmöglichkeiten ein ideales Instrumentarium für die endogene Regionalentwicklung dar.“

Siglinde Bode, Siglinde Bode, 2005: Potentiale regionaler Komplementärwährungen zur Förderung einer endogenen Regionalentwicklung. Dipl. Geogr. (2005)

 

Wer schnell Geld machen will, hat kein Interesse an einem wohlgeordneten Staat.“

Silvio Berlusconi (*1936), ital. Unternehmer und Politiker, reichster Mann Italiens (12 Mrd.$), nicht belegt

 

Wenn wir einmal die natürliche Wirtschaftsordnung erleben, dann braucht man sie nicht mehr in Büchern zu studieren, dann wird alles so klar, so klar, so selbstverständlich. Wie bald wird dann auch die Zeit kommen, wo man den Verfasser bemitleiden wird, nicht aber, wie es heute noch geschieht, weil er so utopischen Wahngebilden nachstrebt, sondern weil er seine Zeit der Verbreitung einer Lehre widmete, die ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht.“

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom

 

Der Staat fällt immer so aus, wie ihn die herrschende Klasse braucht.“

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom

 

Dass der Bankmann dem Darlehensnehmer den Geldschrank vor der Nase zuschlägt, wenn dieser keine Zinsen zahlen will, und nichts von den Sorgen kennt, die die Besitzer der Waren drücken, das verdankt er nur der Übermacht, die das Geld an und für sich über die Ware hat, und da liegt der Wunde Punkt.“

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom

 

Alle, restlos alle diese Staatsangelegenheiten stehen und fallen mit dem Begriff des Machtstaates. Weil unsere Gesellschaftsordnung auf Gewalt aufgebaut ist, weil die Aufrechterhaltung der kapitalistischen Ordnung sich ohne öffentliche, staatliche Gewalt nicht vorstellen läßt, darum ganz allein sind sie dem Staate zu seiner Stärkung aufgebürdet worden.“

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom

 

Die Währung hält den Staat zusammen oder sprengt ihn - je nachdem. Wird hier gepfuscht, so löst er sich in kleine Teile auf, in Atome, die sich gegenseitig abstoßen: Stadt gegen Land, Beruf gegen Beruf, Volksstamm gegen Volksstamm, Norden gegen Süden, Festbesoldete gegen Lohnarbeiter, bis schließlich Arbeiterbataillone gegen Arbeiterbataillone marschieren.“

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom (1918)

 

Wir haben den Staat mit der Pflege der Schule, der Religion, des Medizinalwesens, des Heerwesens, des Handels, der Kunst und Wissenschaft betraut, und alles hat er den verbrecherischen Privatinteressen der herrschenden Klasse angepaßt, verdreht und verbogen.“

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom

 

Das Geld soll wie die Eisenbahn sein, weiter nichts als eine staatliche Einrichtung, um den Warenaustausch zu vermitteln, wer sie benutzt, soll Fracht zahlen.“

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom, in "An die Überlebenden" (1948)

 

Für uns kommt es darauf an, wirtschaftliche Zustände und ein Gemeinwesen zu schaffen, die auf die heutigen Menschen zugeschnitten sind, die das Ich, das Fundament des Gemeinwesens, wieder zu seiner wahren Natur kommen lassen.“

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom, in "Der Abbau des Staates" (1921)

 

Unsere Hochschullehrer, deren Veröffentlichungen immer wenigstens von Studenten und staatlichen Büchereien gekauft werden, mögen für ihre Bücher auch willige Verleger finden, doch steht einer günstigen Entwicklung dieses hauptsächlich der Schule dienenden Schrifttums der Satz im Wege, dass Hadersachen von der Schule ferngehalten werden müssen. So dürfen diese Schriften aus Rücksicht auf ihre Bestimmung niemals tiefer in das Wesen des Geldes eindringen.“

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom, in "Die Natürliche Wirtschaftsordnung" (1916)

 

Die Wirtschaft stellt an die Willenskraft schmerzhafte Anforderungen bei der Überwindung der natürlichen Trägheit. Sie braucht darum starke Triebkräfte, und keine andere Anlage vermag diese in der nötigen Stärke und Regelmäßigkeit zu liefern, als der Eigennutz. Der Volkswirtschaftler, der mit dem Eigennutz rechnet und auf ihn baut, rechnet richtig und baut feste Burgen.“

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom, in "Die Natürliche Wirtschaftsordnung" (1920)

 

Die Entwicklung vom Herdenmenschen, vom Teilmenschen zum vollständigen Vollmenschen, zum Individuum und Akraten, also zum Menschen, der jede Beherrschung durch andere ablehnt, setzt mit den ersten Anfängen der Arbeitsteilung ein. Sie wäre längst vollendete Tatsache, wenn diese Entwicklung nicht durch Mängel in unserem Bodenrecht und Geldwesen unterbrochen worden wäre.“

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom, in "Die Natürliche Wirtschaftsordnung" (1920)

 

Die Regierung, die Parteien, die Wissenschaftler, voran die Professoren, sind am Ende ihres Lateins, das offenbar nie etwas anderes als Schwindel gewesen ist ... Die Hoffnung auf den Zusammenbruch soll einem Schreck vor dem Zusammenbruch Platz machen, und das wird geschehen, wenn wir den Kopf aus dem Sand ziehen und mit offenen Augen die Entwicklung der Dinge betrachten, wie sie zwangsläufig vor sich gehen wird ... Wenn wir unfähig bleiben, die Aufgabe, die uns gestellt wurde, zu lösen, so werden wir Stück um Stück unserer staatlichen Selbständigkeit verlieren; die Empörungen und Verzweiflungstaten, die nicht ausbleiben können, werden immer größere Kreise umfassen und immer größere Opfer verlangen, die Hungerrevolten werden kein Ende mehr nehmen, die Regierung wird von links nach rechts und von rechts nach links pendeln, und jeder Pendelschlag wird nur die Verwirrung, die Hilf- und Ratlosigkeit vermehren ...“

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom, nach Ausbruch der Weltwirtschaftskrise (1930)

 

Die natürliche Wirtschaftsordnung wird darum auf dem Eigennutz aufgebaut sein. Die Wirtschaft stellt an die Willenskraft schmerzhafte Anforderungen bei der Überwindung der natürlichen Trägheit. Sie braucht darum starke Triebkräfte, und keine andere Anlage vermag diese in der nötigen Stärke und Regelmäßigkeit zu liefern als der Eigennutz. Der Volkswirtschaftler, der mit dem Eigennutz rechnet und auf ihn baut, rechnet richtig und baut feste Burgen.“

Silvio Gesell (*1862, †1930), dt.-argent. Kaufmann und Ökonom, zum Kommunismus

 

Der Geist der Gesetze ist das Eigentum.“

Simon Nicolas Henri Linguet (*1736, †1794), franz. Schriftsteller, in "Théorie des Lois Civiles ou Principes fondamentaux de la Société [Theorie der bürgerlichen Gesetze oder Grundprinzipien der Gesellschaft] Band II" (1767)

 

Der Kaufmann und der Krämer brauchen in gleicher Weise Geld, d. h. sie brauchen den Absatz der Güter, mit denen sie handeln... Einer Nation geht es niemals besser, als wenn die Reichtümer schnell von Hand zu Hand gehen.“

Sir Dudley North (*1641, †1691), engl. Ökonom, in "Discourses upon Trade; principally directed to the cases of the Interest, coynage, clipping, increase of money [Abhandlungen über den Handel, hauptsächlich über Zins, Münze, Münzverschlechterung, Vermehrung des Geldes]" (1691)

 

Das moderne Bankwesen produziert Geld aus dem Nichts. Dieser Vorgang ist vielleicht die erstaunlichste Erfindung in der Geschichte der Menschheit. Die Banker besitzen die Erde. Nimm den Bankern die Erde weg, aber lass ihnen die Macht, Geld zu schöpfen, dann werden sie im Handumdrehen wieder genug Geld haben, um sie zurückzukaufen.“

Sir Josiah Stamp (*1880, †1941), Präsident der Bank von England 1928-1941, damals 2. reichster Mann Englands, Michael Morris "Was Sie nicht wissen sollen!"

 

Bankers own the earth. Take it away from them, but leave them the power to create money, and, with a flick of the pen they will create enough money to buy it back again. Take this great power away from them and all great fortunes like mine will disappear, and they ought to disappear, for then this would be a better and happier world to live in. But if you want to continue to be slaves of the bankers and pay the cost of your own slavery, then let the bankers continue to create money and control credit.“

Sir Josiah Stamp (*1880, †1941), Präsident der Bank von England 1928-1941, damals 2. reichster Mann Englands, www.hostmaster.org

 

Wenn ihr Sklaven der Bankiers bleiben und für eure eigene Versklavung bezahlen wollt, dann lasst sie weiterhin das Geld schaffen und den Kredit des Staates kontrollieren.“

Sir Josiah Stamp (*1880, †1941), Präsident der Bank von England 1928-1941, damals 2. reichster Mann Englands, Zeitgeist - Der Film - Part III [www.infokrieg.tv]

 

Geld korrumpiert - vor allem jene, die es nicht besitzen.“

Sir Peter Alexander Ustinov (*1921, †2004), brit. Schauspieler, Regisseur, Autor und UNICEF-Botschafter

 

Was aber, wenn wir nun zuviel gemünztes Geld haben? Wir können dann das vollwichtigste einschmelzen und es zu prächtigem Tischgerät umarbeiten; oder es als Ware dahin schicken, wo Bedarf und Nachfrage danach besteht; oder können es auf Zins ausleihen, wo man einen hohen Zinssatz zahlt.“

Sir William Petty (*1623, †1687), engl. Ökonom, in "Quantulumcunque concerning money, To the Lord Marquess of Halyfax [Allerlei über das Geld, , An den Lord Marquis von Halifax]" (1682)

 

Dem Kapitalismus wohnt ein Laster inne: Die ungleiche Verteilung der Güter. Dem Sozialismus hingegen wohnt eine Tugend inne: Die gleichmäßige Verteilung des Elends.“

Sir Winston Churchill (*1874, †1965), brit. Journalist und später Premierminister, http://de.wikipedia.org/wiki/Kapitalismus

 

Ich staune, wie viele Dinge es gibt, die ich nicht brauche.“

Sokrates (*470 v.Chr., †399 v.Chr.), antiker griech. Philosoph

 

Der älteste Fluch des Menschen ist das Geld.“

Sophokles (*496 v.Chr., †406 v.Chr.), klassischer griech. Dramatiker

 

Denn nichts von allem welches Geltung bei der Welt

Gewann, ist wie das Gold so schlimm, das Staaten stürzt

Und wüste macht und Menschen treibt von Haus und Hof,und tugendhafte Herzen oft verwandelt und

Bekehrt zur Übung lasterhafter Handlungen:

Es lehrt die Menschen schelmenhafte Dreistigkeit,Und jeder Untat freche Gottvergessenheit.“

Sophokles (*496 v.Chr., †406 v.Chr.), klassischer griech. Dramatiker, Antigone, übers. von J. A. Hartung

 

Die Ursache für das Sinken des Zinsfußes wird vorzüglich darin gefunden, dass die besonders rentablen Capitalanlagen großen Maßstabes heute erschöpft sind und nur Unternehmungen von geringer Ergiebigkeit übrig bleiben. Um den bei drei Prozent liegenden Zinssatz vor weiterem Fall zu bewahren, müßten ...die neuen Länder, beispielsweise Afrika, sehr rasch durch europäische Capitalien erschlossen werden, damit einem solchen Sinken begegnet werde. ... So spricht denn alles dafür, dass wir noch einem weiteren Sinken des Zinsfußes entgegensehen. Nur ein allgemeiner europäischer Krieg könnte dieser Entwicklung Halt gebieten durch die ungeheure Capitalzerstörung, welche er bedeutet.“

Sparkasse, Kundenzeitschrift des deutschen Sparkassenverbandes (Nachdruck von 1988)

 

Autovertreter verkaufen Autos, Versicherungsvertreter Versicherungen. Und Volksvertreter?“

Stanisaw Jerzy Lec (*1909, †1966), poln. Aphoristiker, in "Myli nieuczesane nowe [Neue unfrisierte Gedanken], übers. von Karl Dedecius" (1966)

 

Ich bin für die Reprivatisierung des Innenlebens.“

Stanisaw Jerzy Lec (*1909, †1966), poln. Aphoristiker, in "Myli nieuczesane nowe [Neue unfrisierte Gedanken], übers. von Karl Dedecius" (1966)

 

Der Mensch hat noch einen Vorzug vor der Maschine - er ist imstande, sich selbst zu verkaufen.“

Stanisaw Jerzy Lec (*1909, †1966), poln. Aphoristiker, in "Myli nieuczesane nowe [Neue unfrisierte Gedanken], übers. von Karl Dedecius" (1966)

 

Von großer Bedeutung ist ferner die Tatsache, dass die meisten ökonomischen Lehrstühle an den einflussreichen Instituten und Universitäten der USA von Finanzinstitutionen - also Banken und verwandten Einrichtungen - finanziert werden. Diese Gruppen nehmen direkten Einfluss darauf, mit welchen Personen diese maßgebenden Lehrstühle besetzt werden, und damit auch darauf, mit welchen monetären Ansichten die nächste Generation von Ökonomen und Lehrern indoktriniert wird.“

Stephen Zarlenga (*1941), US-amerikan. Psychologe und Autor, in "Der Mythos vom Geld - die Geschichte der Macht" (1999)

 

Im Mittelalter hatten die Menschen mehr Freizeit als heute. Im Schnitt hatte jedes Jahr 115 arbeitsfreie Feiertage.“

Süddeutsche Zeitung 06.04.1999

 

Von welcher Seite aus man das System also auch betrachtet: Es reißt Jung und Alt, Frauen und Männer, Arm und Reich auseinander. Das Rentensystem ist damit vollkommen aus dem Kontext der Verfassung und dem Konsens der Sozialstaatlichkeit herausgefallen.“

Süddeutsche Zeitung 17.11.1998

 

In der Schweiz nahm die Zahl der Milliardäre in den letzten zehn Jahr auf das Fünffache zu. Drei Prozent der Schweizer Bevölkerung besitzen 374 Mrd. Franken an zu versteuerndem Reinvermögen und damit fast ebenso viel wie die übrigen 97 Prozent der Steuerpflichtigen.“

Süddeutsche Zeitung 22.10.1999

 

Helmut Kohl kannte bei seinem ersten Besuch in der DDR nach dem Mauerfall am 19. Dezember 1989 die wirtschaftlichen Schwierigkeiten des sich auflösenden zweiten deutschen Staates sehr genau ... Dennoch entschloß sich Kohl schon Anfang Februar 1990, in der DDR eine Wirtschafts- und Währungsreform als alleiniges Heilmittel zur Behebung der wirtschaftlichen Not einzuleiten. Das war einer der einsamen Entschlüsse, die er ohne Beratung mit seinen Fachleuten und gegen den Rat der Experten traf ... Zu der Zeit, als er den Beschluß faßte und mit seinem Finanzminister Theo Waigel besprach, lehnte der damalige Bundesbankpräsident Karl-Otto Pöhl in Übereinstimmung mit seinem DDR-Kollegen Horst Kaminiski eine überhastete Einführung der D-Mark ab. Er wurde später von Waigel auf die Linie der Regierung gezwungen. ... Der Grund für Kohls Drängen waren die Volkskammerwahlen, die in der DDR vor der Tür standen. ... Vor allem die Entscheidung, die Währung im Verhältnis 1:1 statt 1:6 umzutauschen, verursachte später große Probleme, da damit die Schulden der Betriebe ebenfalls aufgewertet wurden.“

Süddeutsche Zeitung über die Kohl-Biographie von Klaus Dreher

 

Moderne Hungersnöte ergeben sich wesentlich stärker aus Kräften des Marktes als aus einer absoluten Knappheit und treffen selten die Wohlhabenden. Während der großen Hungersnot in Irland von 1846/7, die annähernd eine Million Menschenleben forderte, exportierten Großgrundbesitzer regelmäßig Nahrungsmittel nach Britannien, während überall um sie herum arme Bauern tot umfielen.“

Susan George (*1934), US-amerikan. Sozial- und Politikwissenschaftlerin, Vizepräsidentin von ATTAC-Frankreich, in "Der Lugano-Report" (2001)

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

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