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„Es sei, fügt ihr hinzu, der Aneignung des Bodens und der Kapitalien zu verdanken, dass der Mensch, der nur seine Arme besitzt, Beschäftigung findet und sich ein Einkommen schafft... es kommt im Gegenteil gerade von der individuellen Aneignung des Bodens, dass es Menschen gibt, die nur ihre Arme besitzen... Wenn ihr einen Menschen in den luftleeren Raum versetzt, raubt ihr ihm die Luft. So handelt ihr auch, wenn ihr euch des Bodens bemächtigt... Das heißt ihn in die alles Reichtums bare Leere versetzen, damit er nicht anders als nach eurem Willen leben kann.“

J. G. Hippolyt Colins (*1783, †1859), belg. Ökonom und Sozialreformer, in "L’Economie Politique. Source des Révolutions et des Utopies prétendues socialistes [Die politische Ökonomie, die Quelle der Revolutionen und der vorgeblich sozialistischen Utopien] Band III" (1857)

 

„Die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts haben gezeigt, dass die Produktion nicht mehr die gleiche Kontrolle über die Wirtschaft hatte wie im 19. Jahrhundert. Die Besitzer der Produktionsmittel waren nur selten Einzelpersonen oder Familien, und sie stellten sicherlich keine eigene Klasse mehr dar. Die Unternehmen gehörten Millionen von Aktionären - von Rentnern, die von einem begrenzten, festen Einkommen leben, bis zu Milliardären, die Aktien von hunderten Unternehmen besaßen. In dem sich neu herausbildenden System liegt die Macht in Händen einer neuen Klasse von Finanzfachleuten, die manchmal riesige Geldmengen besitzen, manchmal diese aber mit Hilfe von Maklerfirmen, Banken, Pensionskassen, Versicherungsagenturen und Kapitalanlagegesellschaften nur kontrollieren...“

Jack Weatherford, Autor und Anthropologe am Macalester College, Minnesota, in "Eine kurze Geschichte des Geldes und der Währungen" (1999)

 

„250 Millionen Tiere (Kühe, Pferde, Schafe) werden jährlich durch Europa transportiert. 25 Millionen davon kommen tot an, aber es „lohnt“ sich trotzdem. Und dieses Wirtschaftssystem erwartet Vertrauen! Mit „Kosten-Nutzen-Rechnungen“ versuchen seine Vertreter zu ergründen, nicht etwa wie viel Schadensersatz voraussichtliche Opfer ihrer Großprojekte verlangen würden, sondern wie viel diese zu zahlen willens sind, um eine Schädigung ihrer Interessen und Werte zu vermeiden. Das ist das moralische Niveau des Erpressers, der die Supermarktkette fragt, wie viel sie zahlen will, damit er ihre Produkte nicht vergiftet.“

Jakob von Uexküll (*1944), schwed. Autor, Übersetzer und Begründer des "Right Livelihood Award" (Alternativer Nobelpreis), in einem Vortrag auf dem Zukunftskongress "Neues Miteinander für eine bessere Welt" (2002)

 

„Aber wenn höhere Werte nicht geschützt oder respektiert werden, wenn zum Beispiel Politiker darauf bestehen, „Handlungsethik“ von „Gewissensethik“ zu trennen, dann ist das moralische Kapital unserer Gesellschaften bald erschöpft. Für viele Menschen ist es zunehmend unerträglich, in einer Gesellschaft zu leben, deren Werte-Ordnung mit unserer inneren Wahrheit kollidiert. Würde irgendjemand einen armen Afrikaner, der das Geld, das wir ihm geliehen haben, voll zurückgezahlt hat, weiterhin bedrängen und bestrafen, damit er uns auf Kosten der Gesundheit und Erziehung seiner Kinder auch Zins und Zinseszins bezahlt? Gerade das tun aber unsere Regierungen und Banken täglich, und zwar auch in unserem Namen!“

Jakob von Uexküll (*1944), schwed. Autor, Übersetzer und Begründer des "Right Livelihood Award" (Alternativer Nobelpreis), in einem Vortrag auf dem Zukunftskongress "Neues Miteinander für eine bessere Welt" (2002)

 

„Die menschlichen, sozialen, ökologischen und anderen Kosten des „Wachstums“ werden immer unerträglicher. In den reicheren Ländern nimmt die Verschreibung von Antidepressiva rapide zu, und sie werden auch an Jugendliche und Kinder verschrieben, in den USA schon an Zweijährige.“

Jakob von Uexküll (*1944), schwed. Autor, Übersetzer und Begründer des "Right Livelihood Award" (Alternativer Nobelpreis), in einem Vortrag auf dem Zukunftskongress "Neues Miteinander für eine bessere Welt" (2002)

 

„Wer auch immer die Geldmenge in unserem Land kontrolliert ist der uneingeschränkte Herrscher über den gesamten Handel und die Industrie... Und sobald man begreift, dass das ganze System sehr einfach gesteuert werden kann, so oder so, durch einige wenige an seiner Spitze, dann braucht einem nicht mehr erklärt werden, woher Zyklen von Inlfation und Rezession kommen.“

James A. Garfield (*1831, †1881), 20. Präsident der USA 1881 (Republikaner, ermordet), Film "Money as Debt" (Paul Grignon)

 

„Die Ersparnisse der Reichen werden auf Kosten der Armen gemacht.“

Jean Baptiste Say (*1767, †1832), franz. Ökonom

 

„Geld ist das Blut der Volkswirtschaft.“

Jean Bodin (*1529, †1596), franz. Staatsrechtler und Philosoph (1580)

 

„Ich werde gestatten, dass ihr die Ehre habt, mir zu dienen, unter der Bedingung, dass ihr mir für die Mühe, die ich habe, euch zu kommandieren, das wenige gebt, was euch bleibt.“

Jean Jacques Rousseau (*1712, †1778), franz. Schriftsteller und Philosoph, in "Discours sur l’Economie Politique [Abhandlung über die politische Ökonomie]" (1760)

 

„Es geht nicht darum, den Armen mehr zu geben, sondern weniger zu nehmen.“

Jean Ziegler (*1934), UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung

 

„Wir leben in einer absolut mörderischen Weltordnung ... und gegen die muss man andenken, anreden, an-analysieren.“

Jean Ziegler (*1934), UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Interview mit Hermann Götz, Korso

 

„Das Wirtschaftssystem bedroht unsere Demokratie.“

Jean Ziegler (*1934), UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Kinofilm: Der Geist des Geldes (2007)

 

„Die Weltlandwirtschaft könnte problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“

Jean Ziegler (*1934), UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Kinofilm: We Feed The World (2005)

 

„So verengt sich also durch die Konzentration der Reichtümer in der Hand einer kleinen Anzahl von Eigentümern der innere Markt immer mehr, und die Industrie ist immer mehr gezwungen, ihre Absatzgebiete auf den fremden Märkten zu suchen, wo noch größere Umwälzungen sie erwarten...“

Jean-Charles-Léonard Simonde de Sismondi (*1773, †1842), franz. Ökonom, in "Nouveaux principes d'économie politique [Neue Prinzipien der Nationalökonomie]" (1819)

 

„Obgleich die Erfindung der Maschinen, die die Kräfte des Menschen vervielfacht, eine Wohltat für die Menschen ist, verwandelt die ungerechte Verteilung ihrer Wohltaten sie in Geißeln der Armen.“

Jean-Charles-Léonard Simonde de Sismondi (*1773, †1842), franz. Ökonom, in "Nouveaux principes d'économie politique [Neue Prinzipien der Nationalökonomie]" (1819)

 

„Der Slogan „Wasser ist ein Menschenrecht“ wird ständig wiederholt, wobei in diesem Konzert alle, auch die Wasserkonzerne, kräftig mitsingen. Das gewinnorientierte Handeln von Wirtschaftsunternehmen wird damit als die Erfüllung von Menschenrechten in die laufende Diskussion mit eingeflochten. Dann folgt auf leisen Sohlen das Verquicken des Milleniumszieles 2015 [Halbierung der Anzahl von Menschen ohne Zugang zu Wasser] mit einer „Berechnung“ des BMZ und der Weltbank: Die Kosten für die Wasserversorgung aller Menschen betragen jährlich 180 Milliarden US-Dollar. Die öffentlichen Haushalte haben nur 80 Milliarden US-Dollar. Die „Konsequenz“ daraus ist, dass für die Differenz von 100 Milliarden Dollar die Privatwirtschaft eingebunden werden „muss“. Mit dieser Strategie soll erreicht werden, dass die Wasserkonzerne als unverzichtbare Akteure angesehen werden... das Argument, der Finanzbedarf erzwinge die Beteiligung privater Unternehmen, [ist] nicht stichhaltig. Denn sie werden ihre Investitionen nur tätigen, wenn der Rückfluss ihrer eingesetzten Gelder zuzüglich entsprechender Gewinne gewährleistet ist. Vor allem aber können Wasserkonzerne keine langfristige Versorgungssicherheit zu vertretbaren Preisen gewährleisten, weil sie nach einem kurzfristigen Gewinnmaximierungsprinzip arbeiten, das einer zuverlässigen Erhaltungspflege der Wasservorkommen und Trinkwassergewinnungsanlagen entgegen steht.“

Jens Loewe, Vorstandsmitglied des Network World Wide Projects (NWWP), in einem offenen Brief an Danuta Sacher (Brot für die Welt)

 

„Die Weltbank hat mit ihren Maßnahmen viel Leid in die Welt gebracht. Ihre Strukturanpassungsprogramme haben als Bedingung für neue Kredite immer wieder die Privatisierung auch des Wassers erzwungen. Die Weltbank-Gruppe ist selbst an einigen Wasserprivatisierungsprojekten wirtschaftlich beteiligt. Die Weltbank macht keine „Geschenke“ an die Armen, sondern baut auf „investment return“. Und: Die Weltbank wird von den reichsten Geldgeberländern gesteuert.“

Jens Loewe, Vorstandsmitglied des Network World Wide Projects (NWWP), in einem offenen Brief an Danuta Sacher (Brot für die Welt)

 

„Ich bleibe dabei, dass die Wachstumsmaschine verwerflich ist; sie setzt die dynamischen Systeme in Gang, die in die Katastrophe führen. Wir müssen Wege finden, das materielle Wachstum, den Energieverbrauch, den Müllanfall... zu bremsen.“

Jens Reich (*1939), dt. Molekularbiologe, Arzt, Essayist und Bürgerrechtler

 

„Die primären Indikatoren der Inflation wurden aus den verschiedenen Indexen herausgenommen. Nahrungsmittelpreise sind nicht drin und Energiepreise auch nicht. Diese beiden steigen massiv im Moment und werden auch weiterhin steigen.“

Jerome Corsi (*1946), US-amerikan. Journalist, Autor und Wirtschaftsexperte, Interview in der Alex-Jones-Radioshow [www.prisonplanet.com] 14.08.2007

 

„Kapitalismus in des Wortes wahrer Bedeutung ist nicht, wie man Schwachköpfen einpaukt, die Ansammlung von Reichtum bei wenigen oder die Ausnutzung der Armen durch die Reichen oder die Trennung von Unternehmen und Arbeit. Das sind verwaschene Ideen, die aus dem Bauch kommen. Es gibt nur eine gültige Definition von Kapitalismus: Kapitalismus ist keine Wirtschafts- oder Gesellschaftsstruktur, Kapitalismus ist die Übernahme der Regierung durch die Hochfinanz.“

Joachim Fernau (*1909, †1988), dt. Schriftsteller und Maler, in "Halleluja - Die Geschichte der USA" (1977)

 

„In Deutschland droht die schlimmste Finanzkrise seit 1931.“

Jochen Sanio, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), nach Informationen aus Teilnehmerkreisen während einer Krisen-Telefonkonferenz zum Platzen der amerikanischen Immobilienblase und den Finanzspritzen der EZB von 200 Mrd. Euro im August 2007

 

„Dem Zinseinkommen liegt zu seiner scheinbaren Rechtfertigung die Fiktion vom selbst arbeitenden, daher auch Vergütung verdienenden Geld zugrunde.“

Johannes Heinrichs (*1942), dt. Philosoph und Prof. für Agrar-Kultur und Sozialökologie, in einem Brief an Franz Alt (2001)

 

„Nicht wir Politiker machen die Politik, wir sind nur die Ausführenden. Was in der Politik geschieht, diktieren die internationalen Großkonzerne und Banken.“

Johannes Rau (*1931, †2006), dt. Bundespräsident 1999-2004

 

„Die Ängste der Menschen vor einer unüberschaubaren Welt, vor Mächtigen, die weder wählbar noch abwählbar sind, vor anonymen Strukturen, müssen wir ernst nehmen. ... Es sollte nie vergessen werden, daß Freiheit sich nicht von selbst versteht, daß sie ersehnt, erkämpft und verteidigt werden muß.“

Johannes Rau (*1931, †2006), dt. Bundespräsident 1999-2004, zur Globalisierung {76}

 

„In den Abgründen des Unrechts findest du immer die größte Sorgfalt für den Schein des Rechts.“

Johann-Heinrich Pestalozzi (*1746, †1827), schweiz. Pädagoge und Sozialreformer

 

„All die Ratlosigkeit, Verwirrung und Verzweiflung in Amerika entsteht nicht so sehr durch Fehler in der Verfassung oder des Staatenbunds, nicht durch Mangel an Ehre oder Tugend, als durch die ausgesprochene Ignoranz gegenüber dem Wesen von Geld, Kredit und Geldkreislauf.“

John Adams (*1735, †1826), Urheber der US-amerikan. Verfassung, Film "Money as Debt" (Paul Grignon)

 

„Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld zu arbeiten.“

John D. Rockefeller (*1839, †1937), US-amerikan. Unternehmer

 

„Wer den ganzen Tag arbeitet, hat keine Zeit, Geld zu verdienen.“

John D. Rockefeller (*1839, †1937), US-amerikan. Unternehmer

 

„Wenn eine Gesellschaft den vielen, die arm sind, nicht helfen kann, kann sie auch die wenigen nicht retten, die reich sind.“

John F. Kennedy (*1917, †1963), 35. Präsident der USA 1961-1963 (Demokrat, ermordet)

 

„Das Saysche Theorem ist nicht unangreifbar. Einkommen muss nicht notwendigerweise ausgegeben oder investiert werden; in Zeiten der Unsicherheit und Zweifel an der Zukunft wird es bar oder bei Banken gehortet, und die Banken können aus Angst oder wegen notleidender Kredite übervorsichtig sein und kein Geld verleihen. Oder es mangelt an hinreichend solventen Kreditnehmern. Auch die Preise passen sich nicht notwendig an die gesunkene Nachfrage an. Unter modernen wirtschaftlichen Bedingungen sind die Preise nur begrenzt elastisch oder stabil, gleiches gilt für die Löhne... Ist das persönliche Einkommen ungleich verteilt, wie es dies damals war (und heute noch ist), kann das Saysche Theorem weiter unter Druck geraten durch starke ungenutzte Kaufkraft, die den glücklichen Menschen zuwächst, die nicht darauf angewiesen sind, Geld auszugeben oder zu investieren... Der Glaube, dass es eine automatische Rückkehr zu hoher oder völliger Kapazitätsauslastung und Vollbeschäftigung gibt, hängt an Wunschdenken, Hoffnungen und Beteuerungen der Politik, nicht an der Wirtschaftswirklichkeit.“

John Kenneth Galbraith (*1908), US-amerikan. Ökonom, in "Die Geschichte der Wirtschaft im 20. Jahrhundert. Ein Augenzeuge berichtet" (1995)

 

„Etliche der Söldner hatten sich schon in dem Graben verschanzt, und sie schossen wie wild zurück, auf etwas, das nicht zu existieren schien. Aber der Kugelhagel über unseren Köpfen war eindeutig tödlich... Und ich dachte daran, was in diesem Moment wohl gerade in New York geschah und ob diese Leute meinten, dass ich etwas Lohnendes tat, während sie sich bei Schrafft's noch einen Eisbecher holten oder während irgendein fetter alter Mann, der in den vergangenen Monaten noch eine Million mit Rüstungsaufträgen verdient hatte, ein weiteres 100-Dollar-Callgirl von seinem Spesenkonto bezahlte.“

John Kerry (*1943), US-amerikan. Politiker, Präsidentschaftskandidat, in seinen Tagebuchaufzeichnungen während des Vietnamkrieges (Douglas Brinkley: "Tour of Duty: John Kerry and the Vietnam War", 2004) in Die Zeit 15.04.2004

 

„Der Zins ist die unsichtbare Zerstörungsmaschine in den sogenannten freien Marktwirtschaften.“

John L. King, amerikan. Wirtschaftshistoriker

 

„Ich habe bisher hinlänglich über den Zins als die wichtigste Ursache der steigenden Preise geschrieben, da er in den Preisen für alle Dinge, die wir kaufen, versteckt ist, jedoch wurde dieser Gedanke, obwohl er wahr ist, bisher nicht recht akzeptiert. 9 Billionen US-Dollar Inlandsschulden ergeben bei 10% Zins 900 Milliarden US-Dollar, die in steigenden Preisen bezahlt werden, und dies entspricht genau dem 4%-igen Anstieg der Preise, welche die Experten als Inflation bezeichnen. Ich habe den Zins und Zinseszins stets als eine unsichtbare Zerstörungsmaschinerie betrachtet, die gerade jetzt hart am Werk ist. Wir müssen versuchen, uns von dieser sinnlosen finanziellen Besessenheit zu befreien.“

John L. King, amerikan. Wirtschaftshistoriker, in einem Brief an Margrit Kennedy 08.01.1988

 

„Die Wirtschaft der Zukunft basiert auf Beziehungen, nicht auf Besitz.“

John Perry Barlow

 

„Die Macht der Münze, die du in deiner Tasche trägst, hängt ganz und gar vom Mangel an einer Münze in der Tasche deines Nachbarn ab. Wenn er sie nicht haben will, ist sie dir von keinem Nutzen. Der Grad der Macht, die sie besitzt, ist exakt so groß wie sein Verlangen danach - und die Kunst, dich selber reich zu machen im üblichen Sinne der merkantilen Ökonomen, ist deshalb genau so und notwendiger Weise die Kunst, deinen Nachbarn arm zu halten.“

John Ruskin

 

„Unsere Kaufleute versichern mir, dass ein Junge oder ein Mädchen vor Vollendung des zwölften Lebensjahres keine marktfähige Ware ist; und selbst wenn sie in dieses Alter kommen, bringen sie an der Börse nicht mehr als drei Pfund oder höchstens drei Pfund und eine halbe Krone ein, was weder den Eltern noch dem Königreich etwas abwirft, da die Kosten für Nahrung und Lumpen mindestens viermal so hoch gewesen sind... Von einem sehr sachverständigen Amerikaner meiner Bekanntschaft in London ist mir berichtet worden, dass ein junges, gesundes, gutgenährtes Kind im Alter von einem Jahr eine äußerst wohlschmeckende, nahrhafte und bekömmliche Speise sei, gleichviel, ob geschmort, gebraten, gebacken oder gekocht, und ich zweifle nicht, dass es in gleicher Weise zu Frikasse oder Ragout taugt.“

Jonathan Swift (*1667, †1745), irischer Schriftsteller, in "Satire "Bescheidener Vorschlag, wie man verhüten kann, dass die Kinder armer Leute in Irland ihren Eltern oder dem Lande zur Last fallen, und wie sie der Allgemeinheit nutzbar gemacht werden können"" (1729)

 

„Mit einem Blick aufs Gebiss können Zahnärzte inzwischen die soziale Herkunft eines Kindes erschließen: Neunjährigen aus armen Familien faulen oder fehlen im Durchschnitt schon fünf Zähne. Die Verteilung von löchrigen Zähnen und schwindendem Zahnfleisch richtet sich nach dem sozialen Status... Die Chance, gesund zu sein, sinkt mit dem Einkommen.“

Jörg Blech (*1966), dt. Biologe und Biochemiker, "Arme sterben früher. Der Körper antwortet mit Krankheiten auf soziale Not." in Die Zeit vom 17.10.1997

 

„Eine Investition in regionale Wirtschaftskreisläufe ist eine lukrative Investition nicht nur für regional eigenständige Banken- und Kreditsysteme.“

Josef Keil, Sparkassendirektor der Sparkasse Barnim

 

„Im Geldwesen eines Volkes spiegelt sich alles, was dieses Volk will, tut, erleidet, ist. Von Geldwesen eines Volkes geht ein wesentlicher Einfluss auf sein Wirtschaftsleben und sein Schicksal überhaupt aus. Der Zustand des Geldwesens eines Volkes ist immer auch ein Symptom all seiner Zustände.“

Joseph Alois Schumpeter (*1883, †1950), österr.-amerik. Ökonom, Das Wesen des Geldes (um 1930)

 

„Die Macht des Geldes muss gebrochen werden. Das heißt aber noch nicht, dass das Geld abgeschafft werden muss, sondern die Bedeutung des Geldes als einem Wirtschaftswert. Denn das ist die exakte Bedeutung und Antwort auf die Frage: Was ist Geld heute? Heute ist Geld ein Wirtschaftswert, es ist eine Ware, die handelbar ist. Man kann damit spekulieren, man kann damit Parteien kaufen, man kann da alles mögliche mit machen, das haben wir ja gesehen.“

Joseph Beuys (*1921, †1986), dt. Aktionskünstler, "Was ist Geld? Eine Podiumsdiskussion" (hrsg. von Rainer E. Rappmann und Michaela Meyer) (1991)

 

„Zwischen Kapitalismus und Demokratie besteht ein unauflösliches Spannungsverhältnis; mit beiden konkurrieren nämlich zwei entgegengesetzte Prinzipien der gesellschaftlichen Integration um den Vorrang.“

Jürgen Habermas (*1929), dt. Philosoph und Soziologe, Theorie des kommunikativen Handelns, Band 2, Zur Kritik der funktionalistischen Vernunft (1981)

 

 

 


 

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