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Hartz IV ist ein von Bundesregierung und Wirtschaft organisiertes Einsparprogramm, das über die Aussteuerung von Millionen Menschen aus angemessenen Leistungen funktioniert - mit Hilfe von sogenannter gemeinnütziger Arbeit bei minimalem Geldeinsatz. Alle Erfahrungen mit den schon laufenden >Ein-Euro-Programmen< zeigen, dass die Ausgrenzung erfolgreich gelingt. Durch die Erprobung der Arbeitsbereitschaft setzt die gemeinnützige Arbeit ihre ordnungspolitische und repressive Funktion um.“

Gabriele Gillen, dt. Journalistin, in "Hartz IV - eine Abrechnung" (2005)

 

Hartz IV ist das Ergebnis einer Gleichung, die so schlicht ist, daß wir sie trotz trostloser nationaler Pisa-Ergebnisse ohne Mühe nachvollziehen können: Wo die Reichen immer reicher werden wollen, müssen leider immer mehr Menschen immer ärmer werden.“

Gabriele Gillen, dt. Journalistin, in "Hartz IV - eine Abrechnung" (2005)

 

Wollen wir nicht begreifen, dass der Terror nicht nur eine bösartige, sondern auch eine verzweifelte Antwort auf die Aufteilung der Welt in Arm und Reich, in Sklaven und Herrscher ist?“

Gabriele Gillen, dt. Journalistin, WDR-Radio-Essay "Der Preis der Lüge - oder: Die Schatten der Geschichte" 14.09.2001

 

Was jedermann für ausgemacht hält, verdient am meisten untersucht zu werden.“

Georg Christoph Lichtenberg

 

In der Bundesrepublik ist, binnen zehn Jahren, eine riesige Verschiebung von Vermögen und Reichtum zuwege gebracht worden, die jedes soziale Gleichgewicht zerstört hat. Ich bin sicher, dass die Verteilungskämpfe heftiger werden, aber immer weniger zu verteilen sein wird.“

Georg Kronawitter, ehemaliger Oberbürgermeister von München (um 1992)

 

Die Zukunft des Geldes wird sich nicht um Inflation oder Deflation drehen und nicht um feste oder schwankende Wechselkurse, um Goldstandard oder Papiergeld, sondern um die Frage, in welcher Gesellschaft das Geld gelten soll.“

Georg Simmel (*1858, †1918), dt. Philosoph und Soziologe (1901)

 

Betrachtet man den Begriff des Werts, so wird die Sache selbst nur als ein Zeichen angesehn und sie gilt nicht als sie selber, sondern als was sie wert ist.“

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (*1770, †1831), dt. Philosoph, in "Grundlinien der Philosophie des Rechts"

 

Ich kann nicht mehr garantieren für das, was ich pflanze, ich weiß nicht, welche Monster auf meinem Boden gedeihen.“

George Naylor, amerikan. Farmer, über Gentechnik

 

Das Finanzsystem genießt dabei eine privilegierte Stellung. Ohnehin ist Kapital beweglicher als andere Produktionsfaktoren, Finanzkapital jedoch ist noch mobiler als Direktinvestitionen. Es geht dorthin, wo es die höchste Belohnung erwartet.“

George Soros (*1930), ungar.-amerikan. Multimilliardär, Manager des Quantum Fonds und Autor

 

Aber in unserer modernen Tauschgesellschaft wird jede Moralität in Frage gestellt. Zwar gibt es das Bedürfnis nach moralischer Führung, und weil es nicht befriedigt wird, verspürt man es vielleicht deutlicher als früher. Doch gerade die Prinzipien und Grundsätze, die eine solche Führung ermöglichen können, werden allgemein angezweifelt. Warum sollte man sich um die Wahrheit kümmern, wenn ein Satz nicht wahr sein muß, um wirksam zu werden? Warum sollte man ehrlich sein, wenn der Erfolg den Menschen Achtung und Anerkennung sichert und nicht die Ehrlichkeit und Tugend? Obwohl gesellschaftliche Grundwerte und moralische Grundsätze in Frage gestellt werden, am Wert des Geldes zweifelt niemand. Deshalb hat das Geld die Rolle der wirklichen, inneren Werte usurpiert.“

George Soros (*1930), ungar.-amerikan. Multimilliardär, Manager des Quantum Fonds und Autor

 

Dieses System begünstigt eindeutig das Finanzkapital, das dorthin fließt, wo es größere Profitchancen sieht ... Daher konkurrieren die Länder darum, Kapital anzulocken und an sich zu binden. Das Bemühen, attraktive Bedingungen für das Kapital zu schaffen, rangiert vor allen an deren gesellschaftlichen Zielsetzungen. ... Das Hauptmerkmal des kapitalistischen Weltsystems ist die freie Bewegung von Kapital - Boden und andere natürliche Ressourcen bewegen sich nicht, und auch Menschen sind für gewöhnlich nicht sonderlich mobil ... Da das Finanzkapital so mobil ist, verfügt es über eine ungemein günstige Position: Es kann all die Länder meiden, in denen es drückende Steuern oder lästige Auflagen gibt ... Schafft ein Staat Bedingungen, die dem Kapital ungünstig erscheinen, wird dieses so rasch wie möglich versuchen das Land zu verlassen. Und umgekehrt kann eine Regierung, wenn sie die Lohnkosten niedrig hält und ausgewählte Firmen mit Anreizen lockt, die Akkumulation des Kapitals fördern.“

George Soros (*1930), ungar.-amerikan. Multimilliardär, Manager des Quantum Fonds und Autor

 

Dass das kapitalistische Weltsystem seinen eigenen Defekten erliegen wird, liegt meines Erachtens auf der Hand - wenn nicht dieses Mal, dann bei der nächsten Gelegenheit. Es gibt nur eine Rettung: Wir erkennen seine Mängel und handeln, solange wir noch korrigieren können. Ich sehe schon, auf welche Weise sich die endgültige Krise zusammenbraut. Sie wird politischer Natur sein.“

George Soros (*1930), ungar.-amerikan. Multimilliardär, Manager des Quantum Fonds und Autor

 

Schließlich werden die Märkte noch viel tiefer fallen, und das wiederum wird zu einer globalen Rezession führen. Mehr noch: Der Zerfall des kapitalistischen Weltsystems erlaubt keine Erholung, die Rezession wird deshalb in eine Depression übergehen ... Auf die falsche Morgenröte wird ein ausgedehnter Baisse Markt folgen, wie in den dreißiger Jahren oder gegenwärtig in Asien. Das Publikum wird aufhören, niedrige Werte zu kaufen, und sich von den Aktien weg hin zu Geldmarktfonds oder Schatzwechseln bewegen. Der Wohlstandseffekt wird seinen Tribut fordern und die Konsumnachfrage wird sinken.“

George Soros (*1930), ungar.-amerikan. Multimilliardär, Manager des Quantum Fonds und Autor

 

Wenn Leute wie ich ein Währungssystem stürzen können, stimmt das System nicht.“

George Soros (*1930), ungar.-amerikan. Multimilliardär, Manager des Quantum Fonds und Autor

 

Der heutige Marktfundamentalismus ist eine wesentlich größere Bedrohung für die offene Gesellschaft als jede totalitäre Ideologie.“

George Soros (*1930), ungar.-amerikan. Multimilliardär, Manager des Quantum Fonds und Autor

 

Wir waren ganz, ganz dicht an einer Kernschmelze des internationalen Bankensystems. Es war wirklich furchterregend. Die Russen wurden zahlungsunfähig, und der Hedge Fonds Long-Term-Management ging fast unter. Wenn die New Yorker Zentralbank nicht eingegriffen hätte, wären Kreditrisiken entstanden, auf die niemand vorbereitet war.“

George Soros (*1930), ungar.-amerikan. Multimilliardär, Manager des Quantum Fonds und Autor, zur Krise 1998

 

Das ist eindeutig ein Haushaltsplan - da sind eine ganze Menge Zahlen drin.“

George W. Bush, 43. Präsident der USA 2001-2008 (Republikaner)

 

Ich habe keine Detailkenntnisse in volkswirtschaftlichen Fragen.“

Gerhard Schröder (*1944), dt. Politiker, Bundeskanzler 1998-2005, Lügenausschuss des Deutschen Bundestages 03.07.2003

 

In einigen Fällen, klagt der kanadische Landwirt Percy Schmeiser, hätten Fahnder sogar vom Flugzeug aus „Roundup“-Sprühbomben über Feldern widerspenstiger Farmer abgeworfen, um zu testen, ob dort herbizidresistente GMOs [gentechnisch veränderte Nutzpflanzen] gedeihen. Starben die Pflanzen nicht ab, nahmen die Spitzel es als Beweis, dass der Farmer Monsanto-Produkte angebaut hatte.“

Gerhard Waldherr (*1960), dt. Journalist, Autor und freier USA-Korrespondent, Greenpeace-Magazin

 

Die freie Marktwirtschaft, die mit der Sprengung des Privilegs begann und dadurch der persönlichen Leistung unglaubliche Vorteile verschaffte, endet in einem Kapitalismus, der die Leistung zunehmend geringer entlohnt und zugleich den Vermögensertrag phantastisch anwachsen lässt.“

Gero Jenner, in "Das Ende des Kapitalismus" (1999)

 

Das Ziel der USA ist es, die Kontrolle über die ganze Erde zu erreichen. Dabei wäre ein guter Teil der Bevölkerung in Amerika ohne Bürgerrechte und das Land heute ein Polizeistaat. Das Einkommen der Bevölkerung ist dabei so weit gesunken, daß ein Doppelverdienerhaushalt soviel verdient, wie der Ehemann im Jahr 1973 alleine. Die Politik werde vollständig von den Konzernen gemacht, und der Präsident sei nur ein Angestellter; der nichts zu entscheiden habe.“

Gore Vidal, einflußreicher amerikan. Schriftsteller

 

Solange die Wachstumsrate des nominalen Bruttosozialproduktes das Niveau des Zinssatzes ... erreicht, bleibt die Zinslastquote unverändert ... Dies ist der Hauptgrund, warum auch umweltbewusste Ökonomen den Standpunkt vertreten, dass wir uns ... ein Nullwachstum gar nicht leisten können.“

Gottfried Bombach, Prof. für Nationalökonomie an der Universität Basel (1991)

 

Am Anfang schreit ein unberührter Mensch, der wächst und wächst, doch nicht lange bleibt die Kinderwelt nur Dingwelt. Schnell wird sie Markenwelt. Die 12- bis 18-jährigen kennen heute schon mehr als 130 Modemarken und -ketten, hat die Studie Bravo Faktor Jugend ermittelt. So ausgereift wird jeder Heranwachsende zum Konsumenten - und damit zum Ziel allen Wirtschaftens. Zum Objekt. Zum Schicksalsbringer für jedes Unternehmen. Und er wird von Jahr zu Jahr wertvoller. Weil die Zahl der Konsumenten wegen der demographischen Entwicklung schrumpft wie nie zuvor, ist es für alle Unternehmen eine Frage des Überlebens, weniger Kindern mehr zu verkaufen. Marketingmanager dürfen nicht zimperlich sein. Also geben sie Milliarden Euro aus, um sich im kindlichen Bewusstsein festzusetzen - wer Böses dabei denkt, könnte es Verführung Minderjähriger und kollektiven Geschmacksdrill nennen.“

Götz Hamann, Die Zeit 19.05.2004

 

Die Menschen, die die Gabe Gottes, den Erdboden zum Sondereigentum machen, beteuern vergeblich ihre Unschuld. Denn indem sie auf diese Weise den Armen ihre Lebensmittel vorenthalten, werden sie die Mörder derer, die täglich aus Mangel sterben.“

Gregor der Große (1085)

 

Unnütz und unersättlich ist das Leben des auf Zinsen Ausleihenden. Er kennt nicht die Arbeit des Feldes und hat auch keine wirkliche Einsicht in das Wesen des Handels; ... Ohne zu pflügen und zu sähen will er, daß alles ihm wachse. Als Pflug hat er den Schreibstift, als Ackerland sein Papier, als Samen die Tinte, als Regen die Zeit, die ihm auf geheimnisvolle Weise seine Einkünfte vermehrt. Sichel ist ihm die Schulderpressung, und Tenne, das ist ihm das Haus, in welchem er den Besitz des Bedrängten verringert. Das, was Gemeingut aller ist, sieht er als sein Eigentum an.“

Gregor von Nyssa (*331, †394), bedeutender Theologe, griechischer Bischof

 

Was ist für ein Unterschied, durch Einbruch in Besitz fremden Gutes zu kommen auf heimliche Weise und durch Mord als Wegelagerer, indem man sich selbst zum Herrn des Besitzes jenes Menschen macht, oder ob man durch den Zwang, der in den Zinsen liegt, das in Besitz nimmt, was einem nicht gehört?“

Gregor von Nyssa (*331, †394), bedeutender Theologe, griechischer Bischof

 

Was ist denn der Unterschied, durch Einbruch in den Besitz fremden Gutes zu kommen und durch Mord und Wegelagerei - oder ob man durch den Zwang, der in den Zinsen liegt, das in Besitz nimmt, was einem nicht gehört?“

Gregor von Nyssa (*331, †394), bedeutender Theologe, griechischer Bischof

 

Langfristig ist es von Vorteil, wenn Jobs aus den USA in Billigländer abwandern.“

Gregory Mankiw (*1958), US-amerikan. Wirtschaftswissenschaftler und Berater von George W. Bush, während einer Pressekonferenz, Rheinischer Merkur 26.02.2004

 

Die Vorstellung vom armseligen Hungergericht entspricht keineswegs den historischen Tatsachen. Genauso sind Bauernhochzeiten überliefert, in denen eine Woche lang Überfluß herrschte. Der allgemeine Reichtum zeigte sich auch an der Kleidung, so trugen die Bauern Silberknöpfe, und die Kleidung war insgesamt sehr farbenfroh. Es gab Berichte, nach denen kaum eine Gaststätte in Deutschland zu finden war, in welcher man nicht aus Silbertellern zu essen bekam. Auch eine Ausbeutung über Bodenrente wurde oftmals dadurch verhindert, daß die festen Kosten der Stadtverteidigung auf den Grundbesitz umgelegt wurden. So verfügte Worms, jeder Bodeneigentümer habe „Wachtgeld zu entrichten.“

Günter Hannich (*1968), dt. Autor, Finanzberater, "Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise - Der Weg in den 3. Weltkrieg" über die Gotik (1150-1450)

 

Zusammenfassung und Ausblick: Die Entwicklung unseres Finanzsystems läuft, wie gezeigt wurde, auf einen Endpunkt zu. Durch den Zins kommt es zu einer explodierenden Schuldenlast und auf der anderen Seite zur entsprechenden Vermehrungen der Geldvermögen bei wenigen Superreichen. Um die wachsenden Zinsforderungen erfüllen zu können, wird der einzelne durch den Staat und am Arbeitsplatz ausgebeutet. Die Globalisierung verschärft die Situation zusätzlich, da nun ganze Nationen in einen rücksichtslosen Verdrängungswettbewerb gezwungen werden. In diesem System spielt die Sicherung der Lebensgrundlagen eine immer kleinere Rolle, der Umweltschutz verkommt zum bloßen Schlagwort, da Wachstum, zur Bedienung der Schulden, absoluten Vorrang erhält. Auch die Kultur muß unter diesen Umständen verfallen, was sich besonders in der Politik feststellen läßt. Die Politik ist letztlich nur noch ein Erfüllungsgehilfe der reichen Oberschicht und soll durch restriktive Maßnahmen die Schuldenzahlungen der Bevölkerung sicherstellen. Durch die Nähe der Regierenden zur reichen Klasse degenerieren diese zunehmend und wer den für Korruption zugänglich. Jeder Bereich der Gesellschaft wird im Zinssystem zwangsläufig per - vertiert, die eigentlichen gesellschaftlichen Werte werden entwertet, da nur noch die Rendite zählt. Schöpferische Arbeit wird abfällig beurteilt, während leistungslose Zinsgewinne in der Gesellschaft an Ansehen gewinnen. Dabei ist dieses System allerdings von vornherein zum Zusammenbruch verurteilt, da die Zinslasten letztlich schneller wachsen als die reale Produktion und damit einen immer größeren Teil der Wertschöpfung beanspruchen. Auf der anderen Seite ermöglicht ein wachsendes Geldvermögen einer kleinen Gruppe Superreicher schließlich, alle Geschicke des Landes gezielt zu beeinflussen. Durch die Einführung der Kunstwährung „Euro hat sich die Herrschaft des Kapitals drastisch verschärft. Die Währungskrisen der letzten Jahre dar. Dabei bereitet sich die reiche Oberschicht offenbar gezielt auf einen solchen Schlag vor. Der Aktienmarkt wird beispielsweise angeheizt, um einen großen Teil der Bevölkerung zur Investition an der Börse zu animieren. Das ermöglicht der privilegierten Klasse den Ausstieg aus dem Aktienmarkt. Gleichzeitig werden die Finanzzentren gebündelt, um im Crash das eigene Vermögen zu sichern und eine effektive Umverteilung der Ersparnisse vom Mittelstand zu den Superreichen zu bewerkstelligen. Auch für die weitere Entwicklung nach dem Crash wer den anscheinend intensive Vorbereitungen getroffen, um alles im Griff zu behalten. So wird schon seit einiger Zeit ein effizientes Überwachungsnetz aufgebaut, das es den Machthabern ermöglichen würde, jeden Unmut in der Bevölkerung gewaltsam zu unterdrücken. Es besteht die reale Gefahr, daß unser System in einer Diktatur endet. Auch die Entwicklung eines Weltkrieges ist nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch durchaus vorstellbar. Da der finanzielle Niedergang welt - weit erfolgen wird, werden sich auch die Lebensumstände der Menschen drastisch verschlechtern. Dadurch wächst die Gefahr, daß es in allen Krisenregionen welt weit zu gewaltsamen Konflikten kommt. Für Mitteleuropa stellt hier vor allem das große Waffenpotential Rußlands ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Es ist durchaus denkbar, daß dieses Land nach einem völligen Zerfall des Wirtschaftssystems keine andere Möglichkeit mehr sieht, als eine Eroberung Mitteleuropas anzustreben. Fatalerweise befindet sich unsere militärische Situation bereits vor der Krise in katastrophalem Zustand und wird sich nach dem Crash noch wesentlich weiter verschlechtern. Dabei müßte es gar nicht so weit kommen, wenn die Menschen nicht immer den leeren Versprechen der Mächtigen erliegen wür - den. Eine Behebung der Fehler im Geldsystem wäre jederzeit durch eine Währungsreform möglich. Dies setzt allerdings eine aufgeklärte, an einer Besserung der Lage interessierte Bevölkerung und eine verantwortliche Führung voraus. Wohin die Entwicklung unserer Welt letztlich geht, hängt nicht zuletzt von der Einstellung und dem Willen eines jeden einzelnen ab. Hier hilft es wenig, auf Führungskräfte oder eine „Mehrheit zu vertrauen. Erstens haben die bisher leitenden Kräfte in Krisensituationen schon immer versagt und zweitens wurden Fortschritte in der Menschheitsgeschichte ausschließlich durch Minderheiten in Gang gesetzt. Selbst wenn dieses System in der schlimmsten Krise aller Zeiten untergeht, ist dies immer noch besser, als wenn sich die Umstände über einen langen Zeitraum verschlechtern.“

Günter Hannich (*1968), dt. Autor, Finanzberater, in "Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise - Der Weg in den 3. Weltkrieg" (2002)

 

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Urteil des obersten pakistanischen Gerichtshofes, der im Dezember 1999 den Zins, genannt „Riba“ als unislamisch bezeichnete und die Regierung aufforderte, bis zum Jahr 2001 eine zinsfreie Wirtschaft einzuführen. ... Der Hintergrund für die Erklärung war ein Vorstoß des damaligen Premierministers Sharif ein Jahr vorher, mit dem Bemühen, die gesetzlichen islamischen Regelungen gegen Zinsen zu lockern, was der Gerichtshof jedoch verhinderte. Die Regelung gegen den Zins wurde bereits sieben Jahre vorher eingeführt. Premierminister Sharif behauptete in seiner Forderung, dass die Regelung den Koran falsch interpretieren würde und dass dadurch Chaos und Verwirrung erzeugt würde. Um eine endgültige Erklärung des Gerichtshofes zu verhindern, zog die Regierung im Februar 1999 den Einspruch zurück, wobei die Richter jedoch auf der endgültigen Entscheidung bestanden. Schon vor der Veröffentlichung hatten Banker und ausländische Kreditgeber Sorge, dass solch eine Erklärung den Kollaps des Bankensystems und den Verlust ausländischer Schulden bewirken würde.“

Günter Hannich (*1968), dt. Autor, Finanzberater, in "Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise - Der Weg in den 3. Weltkrieg" (2002)

 

Die Kriegsgefahr muß bei einer solchen Entwicklung zwangsläufig wachsen, da die Staaten untereinander um das schwindende Kapital konkurrieren müssen, allein um ihre Schulden bedienen zu können.“

Günter Hannich (*1968), dt. Autor, Finanzberater, in "Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise - Der Weg in den 3. Weltkrieg" (2002)

 

Aus der Sicht der Mächtigen ist ein Krieg unter Umständen gar kein unerwünschtes Ereignis, wenn sie die Entwicklung der Erdbevölkerung betrachten.“

Günter Hannich (*1968), dt. Autor, Finanzberater, in "Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise - Der Weg in den 3. Weltkrieg" (2002)

 

...noch erhielt das Gesinde 1652 in Schlesien zweimal in der Woche Fleisch, noch in unserem Jahrhundert hat es ebendort Kreise gegeben, wo sie es nur dreimal im Jahr erhielten. Auch der Taglohn war nach dem [dreißigjährigen] Krieg höher als in den folgenden Jahrhunderten.“

Gustav Freytag (*1816, †1895), dt. Schriftsteller

 

 

 

 

 

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