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Silvio Gesell war ein sozialer Wegbahner von größtem geistigen Wuchs; der Spott der Börsenpraktiker und das Gelächter der Marxisten können seine Bedeutung als Vorkämpfer gerechter und freiheitlicher Gesellschaftsgestaltung nicht mindern. Die Zeit revolutionärer Verwirklichung wird dem Toten vieles abzubitten haben, was die Zeit dogmatischer Unbelehrbarkeit an dem Lebenden und damit zugleich an sich selbst gesündigt hat. Der Weg der Menschheit zur anständigen Gemeinschaft wird mit mancher Fuhre Erde aus dem Garten Silvio Gesells gestampft sein.“

Fanal Nr. 7 (1930)

 

Soziale Sicherung sei nur verlässlich, wenn sie auf längere Sicht den Möglichkeiten und Präferenzen der Bürger entspreche, sagte der Ökonom Vaubel (Universität Mannheim). Das deutsche System behandle den Bürger dagegen als unmündig. Das staatliche Pflichtversicherungsmonopol beschränke den Wettbewerb und lasse nicht einmal Wahltarife zu. Die Vertragsfreiheit der Marktteilnehmer werde unnötig eingeschränkt, die Leistungsbereitschaft der Empfänger erstickt.“

FAZ 08.12.1997

 

Es ist die Schnelligkeit des Geldumlaufs und nicht die Menge Metalls, was macht, daß viel oder wenig Geld vorhanden zu sein scheint.“

Ferdinando Coelestinus Galiani (*1728, †1787), ital. Ökonom und Schriftsteller

 

Das Vermögen der Betuchten wird laut Boston Consultig Group bis zum Jahr 2005 im Schnitt um 8,9 % per anno und das der Superreichen mit über 5 Mio US$ Vermögen sogar um 11,6 % pro Jahr ansteigen.“

Financial Times Deutschland "Die Reichen werden immer reicher" 01.03.2002

 

Zwischen 1996 und 2006 stieg die Zahl der Milliardäre weltweit von 423 auf 946. Alleine 2005 stieg deren Gesamtvermögen um ca. 300 Mrd. US$. Um in die Liste der 400 reichsten Amerikaner aufgenommen zu werden, muss man seit 2006 Milliardär sein - 2007 sind bereits 1,3 Mrd. US$ nötig.“

Forbes Magazine

 

Wucher ist das sicherste Mittel zum Gewinn, obwohl eines der schlechtesten, da er nichts anderes bedeutet, als sein Brot zu essen „im Schweiße des Angesichts eines anderen“.“

Francis Bacon (*1561, †1626), engl. Staatsmann und Philosoph

 

Ihr Ziel, die Sicherung des Geldwertes, kann die Deutsche Bundesbank nur auf Umwegen angehen: Mit dem Zins steuert sie die Geldmenge und erwartet dann, dass sich aus dem verfügbaren Geld ein Kaufverhalten ergibt, das seinerseits zu einer Nachfrage nach Gütern wird, die wiederum sich im Gleichklang mit den realen Angebotsmöglichkeiten der Volkswirtschaft entwickelt. ... Ob die Steuerung der Geldmenge nach Maßgabe des möglichen Güterangebotes gelingt, hängt entscheidend von einer Bedingung ab: der Stabilität der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung 04.12.1993

 

Wenn es gilt, das Letzte aus einem Land herauszuholen, schicken die Manager den IWF vor. Seine Anpassungsprogramme passen inzwischen vor allem die Lebensbedingungen der unterernährten und unterversorgten Menschen in der Dritten Welt an die Dividendenforderungen der Bankaktionäre an.“

Frankfurter Rundschau

 

Die tatsächliche Wahrheit ist, dass seit den Tagen von Andrew Jackson gewisse Teile der großen Finanzzentren die Regierung beherrschen.“

Franklin D. Roosevelt (*1882, †1945), 32. Präsident der USA 1933-1945 (Demokrat), Zeitgeist - Der Film - Part III [www.infokrieg.tv] (1933)

 

Werden zu wenig Lebensmittel produziert? Gegenwärtig stehen jedem der sechs Milliarden Menschen täglich mehr als ein Kilogramm Getreide und Hülsenfrüchte, ein halbes Kilogramm Fleisch, Milch und Eier sowie ein halbes Kilogramm Obst und Gemüse zur Verfügung. Rein statistisch betrachtet, muss niemand hungern oder verhungern, im Gegenteil, wir haben Nahrungsmittel im Überfluss... Etwa 80 Prozent aller unterernährten Kinder leben in Ländern mit Nahrungsmittelüberschüssen, errechnete die Weltgesundheitsorganisation. Aber häufig werden Nahrungsmittelüberschüsse aus Entwicklungsländern als Tierfutter in die Industriestaaten geschickt. Die Lebensmittel der Armen werden von den Schweinen und Rindern der Reichen gefressen. Entwicklungsländer sind hoch verschuldet und beschaffen sich über Lebensmittelexporte Devisen, auch wenn die eigene Bevökerung hungert...“

Franz Alt (*1938), dt. Autor und Fernsehmoderator

 

Der Bericht über die Soziale Lage 2003-2004 der Bundesregierung ist ein Alarmsignal, denn er zeigt sehr deutlich, dass der Mittelstand krass zu bröckeln beginnt... Das Risiko, in die Armut abzurutschen, wachst... Die Politik darf hier nicht tatenlos zusehen, wie eine neue Unterklasse entsteht.“

Franz Küberl, öst. Caritas-Präsident, gegenüber der Kathpress 05.02.2005

 

Landwirtschaft ist die größte aller Künste: ohne sie gäbe es keine Kaufleute, Künstler oder Philosophen.“

Friedrich der Grosse

 

Da der Schatzbildner in der Lage ist, vom Bedürftigen Zinsen zu erzwingen ... verwandeln sich die Bankiers in Beherrscher der Produktionsmittel, mögen diese auch noch jahrelang dem Namen nach als Eigentum der Wirtschafts- und Handelskommune figurieren.“

Friedrich Engels (*1820, †1895), dt. Philosoph, Ökonom und Politiker

 

Nichts ist fürchterlicher, als alle Tage von morgens bis abends etwas tun zu müssen, was einem widerstrebt. Und je menschlicher der Arbeiter fühlt, desto mehr muss ihm seine Arbeit verhasst sein, weil er den Zwang, die Zwecklosigkeit für sich selbst fühlt, die in ihr liegen. Weshalb arbeitet er denn? Aus Lust am Schaffen? Aus Naturtrieb? Keineswegs. Er arbeitet um des Geldes, um einer Sache willen, die mit der Arbeit selbst gar nichts zu schaffen hat.“

Friedrich Engels (*1820, †1895), dt. Philosoph, Ökonom und Politiker, in "Die Lage der arbeitenden Klasse in England" (1845)

 

Es ist bekannt, welche große Rolle im ganzen Mittelalter das auf Lukas 6.35 gegründete Zinsverbot gehabt hat. Die mittelalterliche Auslegung der betreffenden Bibelstelle war irrig, wie sie denn auch Luther in seinen ‚Sermonen vom Wucher’ aufgibt; auch die religiös-gesetzliche Art des Zinsverbots ist für alle Zeit überwunden. Aber wir zweifeln nicht daran, dass eine Zeit kommen wird, wo sich eine christliche Bewegung wieder gegen den Zins erheben wird im Sinne evangelischer Freiheit nach dem Wort Luthers: ‚Es gebührt Christenmenschen nichts anderes, denn Geben und Leihen umsonst.’ Es ist nicht anzunehmen, dass Christi Worte über das Leihen in der evangelischen Christenheit dauernd ein toter Wortbestand bleiben sollten. Erst wenn der Geist der christlichen Liebe sich an die Frage der Kapitalausnutzung heranwagt, wird das Christentum in der modernen Welt seine Hauptprobe bestehen.“

Friedrich Naumann (*1860, †1919), dt. Theologe und Politiker, in "Das soziale Programm der Evangelischen Kirche, Erlangen und Leipzig 1891, S. 165-166"

 

Wir zweifeln nicht daran, dass eine Zeit kommen wird, in der sich eine christliche Bewegung gegen den Zins erhebt.“

Friedrich Naumann (*1860, †1919), dt. Theologe und Politiker, in "Soz. Programm der evang. Kirche" (1890)

 

Alle Menschen zerfallen, wie zu allen Zeiten so auch jetzt noch, in Sklaven und Freie; denn wer von seinem Tage nicht zwei Drittel für sich hat, ist ein Sklave, er sei übrigens, wer er wolle: Staatsmann, Kaufmann, Beamter, Gelehrter.“

Friedrich Nietzsche (*1844, †1900), dt. Philosoph

 

Geld ist das Brecheisen der Macht.“

Friedrich Nietzsche (*1844, †1900), dt. Philosoph (1880)

 

Freigebigkeit ist bei Reichen oft nur eine Art Schüchternheit.“

Friedrich Nietzsche (*1844, †1900), dt. Philosoph, in "Die fröhliche Wissenschaft" (1882)

 

Neue große Nöte bedürfen neuer, mutiger Gedanken.“

Friedrich von Bodelschwingh (*1831, †1910), dt. Pastor und Theologe (1904)

 

Auf keine andere Weise als durch Inflation, können in so kurzer Zeit so wenige so reich und so viele so arm gemacht werden.“

Fritz Leutwiler, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, letzte Rede vor der Vollversammlung der Schweizer Nationalbank (1984)

 

Eine starke Geldmengenexpansion bleibt nicht ohne Inflationsfolgen, was wiederum die Zinssätze in die Höhe treibt. Früher oder später schließt sich der Teufelskreis mit dem Zwang zu einer antiinflationären Politik, deren Wirkungen heute nur allzu bekannt sind: hohe Zinssätze, Rezession und Arbeitslosigkeit.“

Fritz Leutwiler, Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Rede vor der Generalversammlung der Bank (1984)

 

Geld macht nicht nur süchtig, es ist die materialisierte, die konkretisierte Sucht. Geld fördert einen spezifischen Sozialcharakter: den Menschen, der sich durch das definiert, was er hat, nicht durch das, was er ist. „Ich habe, also bin ich“ - das ist sein Motto. Selbst- und Fremdanerkennung beruhen auf der Fähigkeit, Geld ausgeben und sich etwas leisten zu können.“

Fritz Reheis (*1949), dt. Soziologe, Gymnasiallehrer und Autor

 

Die Beschleunigung von Produktion und Konsum macht den Körper geradezu zum Endlager für fremde Stoffe, die Psyche zum Endlager für fremde Motive. Die Rücksichtslosigkeit der Arbeitswelt gegenüber der „inneren“ Uhr des Menschen und gegenüber der Vielfalt der Bedürfnisse bedroht die kürzeren körperlichen und psychischen Zyklen und greift in die längeren Zyklen, also in die Gestaltung des gesamten Lebens und seiner Abschnitte ein. Die Reize des Geldes und der Warenwelt, insbesondere der Medien, bergen die Gefahr der Verödung der Sinne und der sozialen Abstumpfung. Wenn die herrschende Wirtschaftstheorie den Marktmechanismus so hochschätzt und behauptet, er würde die Wünsche der Menschen bestmöglich zur Geltung bringen, verkennt sie v.a. diese eklatante psychische Überforderung des Individuums.“

Fritz Reheis (*1949), dt. Soziologe, Gymnasiallehrer und Autor, in "Die Kreativität der Langsamkeit - Neuer Wohlstand durch Entschleunigung" (1998)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Gelesen 10736 mal Letzte Änderung am Montag, 15 August 2011 12:56
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