C

Es gilt, das Geld von seinem Status als Absolutum, als Sakrament zu befreien, es wieder zu einem nüchternen Werkzeug zu machen. … Das globale Finanzwesen ist nach einem ebenso alten wie ruchlosen Prinzip organisiert: dem Prinzip des Zinseszinses. Jeder Hauptschüler mit Taschenrechner kann sofort feststellen, dass dieses Prinzip weltmörderisch ist. Seine Aggressivität ist sozusagen eingebaut. … Dieses Geldsystem wird als selbstverständlich betrachtet. Aber das ist es keineswegs. Es gibt bargeldlose Tauschsysteme; es gibt Rabattsysteme. Es gibt Notgeld wie die Creditos im krisengeschüttelten Argentinien. Und es gibt darüber hinaus theoretische, ja sogar praktisch erprobte Ansätze, die auf einer gänzlich anderen Perspektive beruhen: Alterndes Geld würde sich abnützen und an Wert verlieren.“

Carl Amery, in "Global Exit - Die Kirchen und der Totale Markt, München 2002, S. 214 und 219-200"

 

Im Durchschnitt aller Wirtschaftsunternehmen wird jetzt mehr als ein Viertel des Cashflow durch Zinsverpflichtungen aufgezehrt. Während der siebziger Jahre hatte sich die Quote noch in einer Spanne zwischen 8 und 13 Prozent bewegt, und selbst Mitte der achtziger Jahre hatte sie erst bei rund 15 Prozent gelegen. So ist es heute treffender als je zuvor, von einer „dept economy - einer zu stark auf Verschuldung basierenden Volkswirtschaft - zu sprechen.“

Carl Zimmerer (*1926, †2001), dt. Staats- und Sozialwissenschaftler, Volkswirt und Unternehmer, Kreditwesen Nr. 13/1990

 

Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. … Inhalt und Ziel (einer) sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. Durch eine gemeinschaftliche Ordnung soll das deutsche Volk eine Wirtschafts- und Sozialverfassung erhalten, die dem Recht und der Würde des Menschen entspricht, dem geistigen und materiellen Aufbau unseres Volkes dient und den inneren und äußeren Frieden sichert.“

CDU Programm 1947 (MaxNews 10/50)

 

Die Regionen sind die Verlierer der Globalisierung. Sie bluten aus. Die hier verdienten Euro werden hier nicht wieder reinvestiert, sondern fließen ab in die Länder, wo die höchsten Renditen garantiert sind.“

Christian Gelleri, Initiator der Chiemgauer Regionalwährung

 

Die Ungleichheit zwischen Reichen und Armen, ob in Einkommen, Bildung, Wohnniveau, Transport, Freizeitverhalten, Ernährung und Umgangsformen, ist so gewaltig, dass die Elite im Grunde nicht mit am gleichen Tisch sitzt, nicht über die gleichen Themen spricht, nicht jenes Gefühl hat, zum selben Volk zu gehören.“

Christovam Buarque, brasil. Bildungsminister

 

Ich bin immer wieder fasziniert, wie wenig Geld für Afrika da ist. Wir könnten dort weit mehr tun. Wenn man erlebt, was sich an der spanischen Grenze in Nordafrika abspielt ... Mein Gott, wenn wir nicht in diese Länder gehen und den Kampf dort führen, dann werden noch Wellen auf uns zurollen. Und wir können die Menschen ja nicht immer wieder in Busse setzen und in der Wüste absetzen.“

Claus-Peter Zeitinger, Aufsichtsratsvorsitzender der ProCredit Deutschland, die weltweit Kleinkredite vergibt, Der Standard, Album 03.12.2005

 

Ich weiß es, Gott hat uns das Recht des Genusses gegeben, aber nur bis zur Grenze der Notwendigkeit, und seinem Willen nach muß der Genuß gemeinsam sein. Es ist nicht in der Ordnung, daß einer im Überfluß sitzt, während andere darben.“

Clemens von Alexandrien (Titus Flavius Clemens) (*150, †215), griech. Theologe und Kirchenvater

 

[Es] braucht seine Zeit, aber wenn Sie auf Dauer im Geschäft bleiben wollen, dann bedenken Sie, was es für Ihre Firma für Gewinn bedeuten kann, wenn Sie millionenfach Kinder abrichten können, aus denen Erwachsene werden, gedrillt, Ihr Produkt zu kaufen, wie Soldaten gedrillt sind, sich in Bewegung zu setzen, wenn sie die Kommandoworte „Vorwärts, marsch!“ hören.“

Clyde R. Miller, US-amerikan. Autor, in "Der Prozess der Überzeugung" (1946)

 

Der Markt ist etwas so Abstraktes, dass er mit den tatsächlichen Bedürfnissen nichts mehr zu tun hat. Darum hat die Volkswirtschaft geschickt den Begriff Bedarf eingeführt. Wenn jemand Hunger hat, aber kein Geld (keine Kaufkraft), muss für ihn auch nicht produziert werden, da ja der Bedarf fehlt. Begriffsdefinition Bedarf in der herkömmlichen Volkswirtschaftslehre: „Wenn Bedürfnisse mit Kaufkraft befriedigt werden können, spricht man von Bedarf.“

Cora Leroy (*1966), Mitarbeiterin im Eine Welt Laden Neumarkt, Zeitschrift Humanwirtschaft Mai/Juni 2004

 

 

Gelesen 10717 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 11 August 2011 16:39
Mehr in dieser Kategorie: « D B »